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walk culture in the neighbourhood 

Stadtquartier als Altagsbühne von Jugendlichen



Exposé für einen Teilbereich im Rahmen des UNESCO-Projekts

"Culture in the Neighbourhood" in europäisch - afrikanischer Zusammenarbeit (1998 - 2001)

János Kárász | Paul Weihs


Hintergrund >>> Für die Identität eines Stadtteils, in Europa wie in Afrika, spielen soziokulturelle Faktoren eine bedeutende Rolle. Sie bilden zugleich wichtige Voraussetzungen und Folgen auch der ökonomischen Entwicklung eines Stadtteils. Lokale Besonderheiten des Milieus, ethnische Zugehörigkeiten, sowie Ausprägungen des baulichen und natürlichen Umfeldes stehen in einer komplexen Wechselwirkung zu den wirtschaftlichen Verhältnissen eines Stadtquartiers.

Der öffentlichen Raum der Stadt ist eine wesentliche Bühne des soziokulturellen Geschehens. Dort verschränken sich Elemente globaler und regionaler / lokaler Kultur eindrücklich, prägen in jeweils besonderer Weise die Lebensumstände von Jugendlichen in den Großstädten (sowohl in Europa als in Afrika).

Die Verbindung dieser beiden Stränge (der globalen mit den jeweils regionalen Aspekten) ist strukturell durchaus vergleichbar: Die Ausprägungen sind in mancher Hinsicht, etwa bezüglich Kleidung und (damit vebundenem) Lebensgefühl, nicht unähnlich, aber in vieler Hinsicht, etwa betreffend die infrastrukturelle Ausstattung oder das Ausbildungsniveau in den jeweligen Städten (Stadtteilen), gänzlich verschieden.


Projektrahmen >>> In Fortsetzung eines UNESCO-Projekts mit dem Titel "Culture in the Neighbourhood" ist auf Initiative der Schweizer UNESCO-Kommission ein Projekt europäisch - afrikanischer Kooperation in die Wege geleitet worden. Dabei bearbeiten jeweils gemeinsam ein europäischer und ein afrikanischen Partner ein Themenfeld (schwerpunktmäßig) innerhalb eines Stadtquartiers einer Großstadt: Partnerstaaten Stadt

Schweiz / Burkina Faso Genf / Ouagadougou Theater, Tanz

Frankreich / Kamerun Strasbourg / Yaoundé Theater

Finnland / Namibia Vantaa / Windhoek Künstlerische Erziehung

Österreich / Mozambique Wien / Maputo Öffentlicher Raum als soziokulturelles FeldGedanklicher


Projektfragen | Projektziele >>> Das eigentliche Thema bildet der öffentliche Raum der Stadt als alltägliches Lebensumfeld, dessen Orte der Begegnung, des Austausches und der Auseinandersetzung - die Außenräume als Potentiale für die Entwicklung eines Stadtteils: Wie nehmen wir unser Stadtquartier wahr, wie können wir dazu Stellung beziehen, es ein Stück weit in unserem Sinne verändern?

Was scheint beispielsweise Wert, erhalten zu werden, was scheint verzichtbar, was sollte eher adaptiert, was neu gestaltet, neu entwickelt werden; welche Vorbilder und Beispiele drängen sich auf angesichts der jeweils vorhandenen Ressourcen? Kulturelle Differenz stellt zugleich eine Barriere und eine Chance dar: zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb eines Stadtquartiers, indes auch zwischen sehr verschiedenen Gesellschaften in Europa und Afrika, wie sie sich im Kleinen auch in diesem Projekt abbildet und produktiv umzusetzen wäre.

Es geht einerseits um den Versuch gegenseitigen Verstehens gerade anhand von ganz alltäglichen Dingen, andererseits um die Möglichkeit des gestaltenden Veränderns im je eigenen Stadquartier.


Um zwei Beispiele zu nennen: >>> In Wien werden im öffentliche Raum der Stadt Jugendliche immer mehr in "geschützte Reservate" abgedrängt, wo Aufenthalt und Spiel durch Regulierungsdruck und Verordnungstiefe gekennzeichnet sind.

In Maputo indes sind weite Teile des öffentlichen Raumes "im Besitz der Jugendlichen", wo nicht Regulierung, sondern Improvisation das Leben bestimmen. Zugleich bilden die öffentlichen Räume der Stadt oft ein Bild eklatanter Armut, die alltäglichen Aufenthaltsorte der Jugendlichen sind in bedrängender Weise durch Abfälle und Reste aller Art geprägt.



Akteure >>> In Maputo und Wien werden je ein Stadtteil ausgewählt.

In Wien ist der Projektpartner ein Jugendzentrum, in Maputo eine Schule, wobei an die Mitarbeit von etwa 13 - 17 Jährigen gedacht ist. >>> Wien Maputo Stadtteil Hirschstetten, 1220 Bairo di Aeroporto. Jugendzentrum Hirschstetten Unesco-SchuleBetreuung und Begleitung der Jugendlichen erfolgt in Wien durch die Verantwortlichen des Jugendzentrums sowie János Kárász (Architekt) und Paul V. Weihs (Medienkünstler), in Maputo durch Lehrer und Künstler, Die Vertiefung von Konzept und Vorgangsweise erfolgt gemeinsam mit den Jugendlichen. Die Gesamtkoordination und Gesamtmoderation des Projekts, insbesondere auch die weitergehende Bearbeitungen von Materialien auf der Internet - Plattform, sowie die Abstimmung mit dem afrikanischen Partner liegen bei J. Kárász und P. Weihs. Vorgangsweise Bewußtere Wahrnehmung des Alltäglichen im eigenen Stadtteil bildet den eigentlichen Einstieg: als Voraussetzung für dessen Beeinflussung, vielleicht auch Veränderung. Die Anwendung künstlerischer bzw. expressiver Mittel (teils unter Mitarbeit von Künstlern) stellen dafür die Instrumente bereit. Die Umsetzung von Alltagserfahrungen in der Großstadt sind das Spielmaterial. Die Kommunikation des Gefundenen, die Auseinandersetzung mit Wünschen und Sehnsüchten, mit Erwartungen und Vorstellungen sollte auf zwei Schienen laufen:



- Im Stadtteil selbst, nämlich in den beteiligten Einrichtungen Jugendzentrum bzw. Schule, wo der Projektverlauf, gleichsam tagebuchartig ausgestellt würde: beispielsweise in den Gängen von Schule / Jugendzentrum oder bevorzugt im öffentlichen Raum der Stadt, an straßenseitigen Wänden, Bannern, Monitoren etc . So wird ein Prozeß in Gang gebracht, gleichzeitig in Wien und Maputo, werden Eintragungen, Fundstücke, Reaktionen, Ergebnisse einmal innerhalb des jeweiligen Stadtteils ausgetauscht, überlagert und weiterentwickelt, zum anderen zwischen den Stadtquartieren in Wien und Maputo.

- Als Kommunikationsplattform im Internet,. Geplant ist, eine Homepage zu installieren, auf der laufend Material (Bilder, Texte, Töne) präsentiert, bearbeitet, verändert , reflektiert werden könnte. Die Einrichtung eines Chatrooms und einer Webcam sind in weiterer Folge vorgesehen.

Beide Ebenen sind als offene Prozesse konzipiert. Die Internet - Schiene wäre prinzipiell auch für die anderen Partner des Gesamtprojekts zugänglich, könnte sich zu einer Drehscheibe entwickeln, wo sich auch andere Teilnehmer aus den jeweiligen afrikanischen und europäischen Städten beteiligen. In einer zweiten Stufe ist gedacht an:



Umsetzung konkreter Projekte im Stadtquartier , die von den Jugendlichen initiiert werden. Diese sollten sich an aktuellen Mängeln und Problemen vor Ort, sowie an Bedürfnissen und Wünschen von Jugendlichen orientieren. Sie sollten nach Möglichkeit unter ihrer Mithilfe realisiert werden.

Als Einstieg ist in der ersten Phase vorgesehen: >>> die gegenseitige Vorstellung des jeweiligen Stadtteils in Wien und Maputo >>> anhand von Fotos und Hörbildern nach einem bestimmten Drehbuch (Blick aus dem Haus / Wohnung, Schulweg, beliebte Aufenthaltsorte, etc.). >>> Organisation einer "bespielbaren" Wand im Stadtraum, wo das Projekt wie in einer Auslage im Stadtquartier präsent sein kann. >>> Einrichtung einer interaktiven Homepage im Internet. Das von den Jugendlichen erstellte Material wird jeweils parallel sowohl auf der analogen wie der digitalen Schiene bearbeitet und präsentiert.

Die weitere Entwicklung des Projets wird zunächst bewußt offengehalten. Wesentlich scheint eine möglichst stringente Kommunikationsstruktur: Sowohl im je eigenen Stadtteil (wo auch die Realisierung konkreter Projekte angestrebt wird), als auch mit dem Partner in Afrika bzw. Europa, wo der Austausch, das Aufeinander-Reagieren, das gemeinsame Entwickeln im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Austausch von Erfahrungen, Erwartungen, Perspektiven; nicht zuletzt auch von Personen, etwa von afrikanischen und europäischen Künstlern, die mit Jugendlichen in Wien bzw. Maputo bestimmte Projekte erarbeiten.


project team




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