![]() |
Unsere Projektgruppe (Martin, Kathrin und Nicole) hat sich zum Ziel gesetzt, das bunte Treiben des berühmten Wiener Naschmarktes photographisch zu dokumentieren und von einem neuen Blickwinkel aus zu betrachten.
Wir interessierten uns für die multikulturelle Vielfalt, das Zusammenwirken von ÖsterreicherInnen und Menschen aus anderen Kulturkreisen und das Aufeinanderprallen von Arm und Reich.
An einem nasskalten und grauen Novembertag machten wir uns bewaffnet mit zwei Digitalkameras, zwei Zigarettenpackerln und einer Menge Ideen im Kopf auf den Weg zur Kettenbrückengasse. Auf den ersten Blick entsprach das Bild des Marktes dem des Wetters: trostlose Atmosphäre, alles grau in grau und unbelebt. Mit dem Eintauchen in den Naschmarkt wirkte schon alles viel bunter, aber da sich noch immer kaum Leute blicken ließen, beschlossen wir kurzerhand erst mal auf ein Bier zu gehen!
![]() |
Nach unserer wohlverdienten Mittagspause herrschte bereits reges Markttreiben und hochmotiviert stürzten wir uns ins Getümmel. Es boten sich viele interessante und abwechslungsreiche Motive, die einen nachdenklich machen. Der Kontrast zwischen wohlhabenden einkaufenden BürgerInnen und den am Boden knienden Bettlern verdeutlichte uns wie nahe Armut und Reichtum beisammen liegen.
„Vom Dorf zum Balkan“
Dies waren die Worte eines österreichischen Standbesitzers, auf die Frage, wie denn die Beziehung der Standler untereinander so sei. Er beklagte eindrucksvoll, dass Händler mit nichtösterreichischer Herkunft ihn verdrängt hätten und es ihnen ohnehin besser gehe (dies ist seiner Meinung nach die Schuld „der Grünen“).
Wir waren geschockt über seine Worte und hatten den Eindruck dass er aufgrund seiner ungünstigen Position und seines geringen Umsatzes einfach neidisch war.
Andere Interviews mit Händlern aus diversen Kulturen und Ländern ergaben ein anderes Bild. So meinte etwa der Betreiber eines Kebab Standes, dass es wohl Konkurrenz gäbe, diese aber auch gut und notwendig sei und es keine nennenswerten Probleme gäbe.
![]() |
Wir erlebten den Naschmarkt als ein lebendiges, buntes Treiben mit einer angenehmen und multikulturellen Atmosphäre. Wir schätzen die Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten und die Freundlichkeit der Verkäufer (vor allem derjenigen, die nicht österreichischer Herkunft sind!).
Aus sozialarbeiterischer Sicht hat sich für uns wieder einmal bestätigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit bezüglich Toleranz für andere Kulturen bzw. andere Lebensverhältnisse nötig ist. Sinnvoll wäre hier sicher die Einführung eines „Standlerstammtisches“, um die Kommunikation unter den Händlern am Naschmarkt zu verbessern und damit zu mehr Verständnis und einem harmonischeren Miteinander beizutragen.
Transparenz!!!!!!
Durch Projekte wie dieses ist es möglich, Problemlagen, die es im städtischen Raum gibt, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und damit möglicherweise ein Umdenken zu erreichen.













