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Die Kunst des Geschichtenerzählens:



Die Zielgruppen von rewalk erstrecken sich von sozialen Randgruppen über Kulturaustauschprojekte bis zu medialen Ergänzungsmodulen gesellschaftlicher Felder wie Sport und Tourismus im europäischen und außereuropäischen Raum.

All diese Bereiche haben in der Auseinandersetzung des Geschichtenerzählens den gleichen Ausgangspunkt. Wie kann ich das Beschreiben (medial Erzählen), das in mir (uns) gerade in Assoziation mit dem Aufgenommenen vorgeht.



Im Unterschied zum ablichtenden Sportbild versucht rewalk in der medienreflektiven Ergänzung die Geschichte zu erzählen, die abläuft während, wir in Aktion sind, während wir auf das Risiko zusteuern, während wir in Trance repetitive Abläufe körperlich steuern und unsere Gedanken sich während dessen in komplett anderen Sphären bewegen. Damit entstehen Filme, die nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Sportästhetiken treten, sondern Sequenzen, unter einen experimentellen Blickwinkel verfolgen.

Im Bereich der rewalk Sozialprojekte mit dem Themenschwerpunkt Integration ist das Geschichtenerzählen das Anwenden einer vertrauten Form. Das Gefühl etwas Vertrautes einzusetzen und gleichzeitig sich damit der Informationsgesellschaft und deren Technologien anzunähern erzeugt eine elementare Form des sozialen ‚Self Empowerments’, und damit einen wesentlichen Baustein von Integration.



Bei Projekten im Bereich „Cultural Exchange“ produziert rewalk serielle Dokumentationen von Alltagskultur, der Wahrnehmung von Stadt und öffentlichem Raum, kulturellen Institutionen und Exponaten. Wir betrachten reflektierend Dissonanzen und Resonanzen und bauen damit eine individuelle Landkarte realer Lebensräume. Die Geschichte entsteht vor allem durch den seriellen Aspekt des ‚wertfreien’ spontanen Abtastens von Situationen und deren Gedanken. Die Themen stehen immer durch den vorhandenen Projektpartner oder Träger in einem übergeordneten Kontext.

Das Grundkonzept besteht aus einzeln strukturierten Projekten mit selektiven Zielgruppen, die unter medienpädagogischer Betreuung Geschichte jeglicher medialer Art in ‚realtime’ im Netz publizieren. Der Fokus der Auseinandersetzung mit den TeilnehmernInnen ist hauptsächlich auf die zwanglose freie spontane Produktion von Geschichten ausgerichtet. Die Ergebnisse werden wieder im gemeinsamen Prozess reflektiert und sozusagen nochmals langsam unter dem Eindruck des produzierten Ergebnisses durchgegangen. Eine der Aufgaben, die rewalk verfolgt ist unter der Anwendung vorhandener Technologien Settings zu erzeugen, die das spontane Dokumentieren, ohne überfrachteter Technik, ermöglichen.

rewalk ermöglicht durch verschiedene Abrufkriterien eine Kommunikations- und Austauschebene der Projekte untereinander durch Commentpostings und selektive Usergruppierungen, damit stehen innerhalb rewalk alle User auf einer Ebene.

Ob sie nun den Asylantrag oder den Stabhochsprung reflektieren ist hier gleich,

>>> eine durch den Medialen Raum erzeugte gesellschaftlich Utopie.

Paul Weihs © Wien 10|2003


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